Wohnen für Hilfe in Witzenhausen

Günstigen Wohnraum für Witzenhäuser Studenten bieten und im Gegenzug Unterstützung im Alltag erhalten – das verspricht das Projekt „Wohnen für Hilfe“. Organisiert wird das von der Stadt Witzenhausen, dem Diakonischen Werk und dem Studierendenausschuss der Universität Kassel. Die konkrete Idee: Menschen bieten Studenten bei sich Wohnraum an und erhalten dafür Hilfe bei alltäglichen Aufgaben.

Katja Eggert vom Lokalen Bündnis für Familie erklärt, dass der bezahlbare Wohnraum auch in Witzenhausen knapp wird. „Wir haben mittlerweile über 1200 Studenten. Häufig fragen mich die Menschen, wieso Studierende keine Wohnung finden würden. 

Das liegt auch daran, dass die Studienplätze manchmal knapp vor Studienbeginn vergeben werden und damit wenig Zeit zur Suche bleibt“, sagt Eggert. Das Projekt soll nun vor allem die Menschen ansprechen, die in einer großen Wohnung oder einem großen Haus leben und Unterstützung beim Bewältigen von Alltagsarbeiten benötigen.

Karin Weinsberg vom Diakonischen Werk weist daraufhin, dass es den Initiatoren nicht darum geht, in Konkurrenz zu Pflegedienstleistern zu treten. Es soll bei Aufgaben wie dem Rasenmähen, dem Fegen der Straße, bei Behördengängen oder dem Einkauf geholfen werden. Gerade für ältere Menschen könnten solche Aufgaben eine Belastung darstellen.

„Vor allem die internationalen Studenten haben ein Problem, Wohnungen zu finden. Sie haben zwar ein Visum und einen Studienplatz, können aber häufig die Sprache noch nicht so gut und haben keine Eltern und Freunde, die sie vor Ort unterstützen“, erklärt Katja Eggert. 

Witzenhausen sei stolz auf seine Internationalität und die Studierenden aus aller Welt. Aus diesem Grund müsse man auch auf deren Probleme eingehen.

„Die Hemmschwelle ist natürlich hoch, um jemanden Fremdes in seine eigenen vier Wände aufzunehmen. Dazu gehört auch etwas Mut“, weiß Weinsberg. Selbstverständlich sei auch ein kurzes Probewohnen möglich, um herauszufinden, ob ein Zusammenleben möglich ist. 

Das Diakonische Werk und die Stadt Witzenhausen in Form von Katja Eggert und Zara Kanaani seien kontinuierliche Ansprechpartner, sollte es einmal Probleme geben.

Aktuell konzentriere man sich aus Versicherungsgründen auf Studenten und Auszubildende. Seit Beginn des Projektes 2016 wurden bisher drei ausländische Studenten erfolgreich vermittelt. In Göttingen wurden im ersten Jahr sogar sieben Wohnräume für Studenten gefunden. Momentan würde eine Person in Neu-Eichenberg Platz zum Wohnen anbieten, in Witzenhausen gebe es dazu ebenfalls einen Interessenten.

Sieben Studenten aus Mexiko, Nigeria und dem Iran suchen nach einer langfristigen Bleibe in Witzenhausen. Zwei, die ebenfalls auf der Suche sind, sind der Ägypter Abdallah El Shamy und die Iranerin Farideh Aahari Kernani.

Damit das Projekt weiter an Fahrt aufnimmt, veranstalten die Organisatoren ein Speeddating, bei dem sich potenzielle Wohnraumanbieter und Studenten kennenlernen können. Stattfinden soll das am Mittwoch, 5. November, um 18 Uhr in den Räumen des Diakonischen Werkes in Witzenhausen an der Walburger Straße 49A.   

Kontakt: Karin Weinsberg Tel. 05542/ 911170 - E-Mail: kasl-wiz@diakonie-werra-meissner.de; Katja Eggert Tel. 05542/ 508105 - E-Mail: katja.eggert@witzenhausen.de

Maurice Morth, HNA Witzenhausen